Teamarbeit ist mehr als nur die Erledigung von Aufgaben. Sie ist der Schlüssel zu Innovation, Produktivität und langfristigem Erfolg und auch ein zentraler Baustein guter und erfolgreicher Führung. Sie entscheidet darüber, ob aus einzelnen Mitarbeitenden eine Gruppe wird, die mehr erreicht als die Summe ihrer Teile. Doch wie gelingt es Führungskräften, die Zusammenarbeit im Team aktiv zu gestalten? Wie lassen sich Vertrauen, Offenheit und gemeinsame Erfolge fördern, ohne die individuellen Stärken zu verlieren?

Die Fähigkeit, ein Team zu führen, das auf klare Ziele hinarbeitet und dabei effektiv kommuniziert, ist keine Selbstverständlichkeit. Sie erfordert gezielte Maßnahmen, ein Verständnis für Dynamiken und die Bereitschaft, Vorbild zu sein. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Zusammenarbeit stärken und den Grundstein für ein leistungsstarkes Team legen.

Dieser Artikel ist der zweite Teil der Serie „Die ersten 100 Tage als Chefin im Blog „Plötzlich Chefin“, die den Einstieg in die Führungsrolle beleuchtet. Der Fokus liegt auf der Anfangsphase, den ersten Herausforderungen und dem Aufbau eines nachhaltig erfolgreichen Führungsstils.

Teamkultur verstehen und formen

Jedes Team hat eine eigene Kultur, die geprägt ist von ungeschriebenen Regeln, Kommunikationsmustern und Überzeugungen. Als Führungskraft ist es essenziell, diese Kultur zu verstehen und, wenn nötig, behutsam weiterzuentwickeln. Eine gute Teamkultur basiert auf Respekt, Offenheit und gegenseitiger Unterstützung. Doch diese Werte entstehen nicht von selbst – sie müssen aktiv vorgelebt und gefördert werden.

Beobachten Sie zunächst die bestehenden Dynamiken im Team. Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie gehen die Mitglieder miteinander um? Wo liegen vielleicht Spannungen, die bisher nicht thematisiert wurden? Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um ein Gespräch über gemeinsame Werte anzustoßen. Indem Sie das Team einbeziehen und gemeinsam Regeln für die Zusammenarbeit definieren, schaffen Sie eine Basis, auf der sich alle wohlfühlen.

Ihre Rolle als Führungskraft ist dabei entscheidend: Ihre Kommunikation, Ihr Verhalten und Ihre Entscheidungen setzen den Standard für das, was in Ihrem Team akzeptiert und geschätzt wird. Eine empathische und achtsame Führung hat dabei nicht nur Einfluss auf die Kultur, sondern auch auf die Motivation der Mitarbeitenden. Studien zeigen, dass empathische Führungskräfte die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden deutlich erhöhen können.

Kommunikation als Erfolgsfaktor

Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass klare Kommunikation die Teamleistung und Zufriedenheit maßgeblich steigert. Teams, die klare Ziele verfolgen und einen effizienten Informationsfluss haben, berichten von höherer Produktivität und einer geringeren wahrgenommenen Arbeitsbelastung.

Effektive Kommunikation ist die Grundlage jeder Zusammenarbeit. Sie sorgt nicht nur dafür, dass alle die gleichen Ziele verfolgen, sondern auch dafür, dass sich jede Stimme gehört fühlt. Klare Kommunikationsstrukturen schaffen Orientierung und fördern den Austausch. Legen Sie von Beginn an Wert auf regelmäßige und strukturierte Meetings, in denen sowohl Ziele als auch Herausforderungen offen besprochen werden können.

Dabei ist weniger durchaus mehr. Die Hälfte der Befragten gab in einer weiteren Studie an, dass die tägliche Kommunikationsflut ihre Produktivität beeinträchtigt. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, Kommunikationswege effizient zu gestalten und die Informationsmenge gezielt zu steuern, um unnötigen Stress im Team zu vermeiden.

Es ist ebenso wichtig, Raum für informellen Austausch zu schaffen. Dies stärkt das Vertrauen im Team und hilft Ihnen, ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeitenden zu entwickeln. Klare Botschaften und eine offene Haltung gegenüber Feedback sind der Schlüssel, um Missverständnisse zu vermeiden und die Zusammenarbeit zu stärken.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist das aktive Zuhören. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur Informationen weitergeben, sondern auch die Perspektiven Ihres Teams aufnehmen. Dieses einfache, aber wirkungsvolle Werkzeug schafft Vertrauen und zeigt, dass die Meinungen der Teammitglieder geschätzt werden.

Die Phasen der Teamentwicklung aktiv begleiten

Kein Team ist von Anfang an perfekt eingespielt. Die Entwicklung eines Teams verläuft in Phasen, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Führungskraft stellen. Das bekannte Modell von Bruce Tuckman beschreibt diese Phasen als Forming, Storming, Norming und Performing.

In der Forming-Phase, in der sich das Team gerade erst findet, sind Orientierung und Struktur gefragt. Geben Sie dem Team klare Ziele und sorgen Sie für eine offene Atmosphäre. Während der Storming-Phase, in der Meinungsverschiedenheiten auftreten können, ist es Ihre Aufgabe, Konflikte zu moderieren und dabei die Perspektiven aller einzubeziehen. In der Norming-Phase entwickeln sich gemeinsame Regeln und Verantwortlichkeiten – hier sollten Sie die Zusammenarbeit fördern und positive Entwicklungen aktiv bestärken. Die Performing-Phase schließlich ist der Moment, in dem das Team eigenständig und effektiv arbeitet. Ihre Rolle ist es, zu coachen und unterstützend zur Seite zu stehen.

Jede Phase bietet Chancen und Herausforderungen. Als Führungskraft ist es wichtig, diese Dynamiken zu erkennen und gezielt darauf einzugehen, um das Potenzial Ihres Teams vollständig zu entfalten.

Quick Wins: Gemeinsam Erfolge sichtbar machen

Gemeinsame Erfolge sind der Kitt, der Teams zusammenhält. Im Kontext von Teamarbeit geht es bei Quick Wins nicht nur darum, sichtbare Ergebnisse zu erzielen, sondern den Teamgeist und die Zusammenarbeit aktiv zu fördern. Statt auf individuelle Erfolge, wie im ersten Artikel beschrieben, liegt der Fokus hier auf den kollektiven Erfolgen des Teams.

Eine diverse Gruppe von Menschen feiert gemeinsam einen kleinen Teamerfolg in einem modernen Büro. Die Personen lachen, klatschen und präsentieren stolz ein abgeschlossenes Projekt, was Zusammenarbeit und Motivation symbolisiert.
Gemeinsame Erfolge stärken den Teamgeist und fördern die Motivation im Team.

Quick Wins im Team-Kontext könnten beispielsweise ein erfolgreiches Brainstorming mit konkreten Ergebnissen, die Optimierung eines kleinen Prozesses oder die Fertigstellung eines ersten Teilprojekts sein. Wichtig dabei ist, diese Ergebnisse bewusst wahrzunehmen und zu feiern. Als Führungskraft können Sie diese Erfolge nutzen, um den Wert der Zusammenarbeit hervorzuheben und allen Beteiligten zu verdeutlichen, Teil von etwas Größerem zu sein.

Ein starkes Team wächst mit jedem erreichten Meilenstein. Erfolge motivieren nicht nur, sondern schaffen Vertrauen in den gemeinsamen Weg. Nutzen Sie diese Dynamik, um die Zusammenarbeit im Team weiter zu stärken.

Konflikte in der Zusammenarbeit: Ein natürlicher Prozess

Konflikte sind ein unvermeidlicher Bestandteil jeder Teamarbeit, besonders in der Anfangsphase der Zusammenarbeit. Wenn sich Rollen und Verantwortlichkeiten noch finden müssen und individuelle Perspektiven aufeinander treffen, sind Spannungen nicht nur erwartbar, sondern oft ein Zeichen dafür, dass sich das Team mit wichtigen Fragen auseinandersetzt. Tatsächlich können Konflikte, wenn sie offen angesprochen werden, der Zusammenarbeit langfristig nutzen, indem sie dazu beitragen, Klarheit und neue gemeinsame Regeln zu schaffen.

Es ist entscheidend, dass Konflikte nicht verschwiegen oder ignoriert werden. Teams, in denen Spannungen unausgesprochen bleiben, laufen Gefahr, dass sich diese aufstauen und die Zusammenarbeit langfristig belasten. Stattdessen sollte eine offene und konstruktive Konfliktkultur gefördert werden, in der unterschiedliche Meinungen wertgeschätzt und als Chance für Weiterentwicklung genutzt werden.

Als Führungskraft nehmen Sie eine Schlüsselrolle ein, indem Sie Konflikte frühzeitig wahrnehmen und moderierend begleiten. Besonders in der Storming-Phase eines Teams – in der Meinungsverschiedenheiten häufig auftreten – kommt es darauf an, einen Raum für offene Diskussionen zu schaffen, ohne dabei die gemeinsame Ausrichtung zu gefährden. Unterstützen Sie das Team dabei, Spannungen produktiv zu lösen und gemeinsame Werte oder Vorgehensweisen zu definieren. Mehr zu diesem Thema und zu konkreten Methoden finden Sie im Artikel „Konflikte lösen – aber richtig! In 4 Schritten“

Fazit: Zusammenarbeit aktiv gestalten und fördern

Effektive Teamarbeit ist das Ergebnis bewusster und gezielter Führungsarbeit. Sie entsteht nicht von allein, sondern erfordert klare Kommunikation, ein Gespür für Dynamiken und die Bereitschaft, Herausforderungen aktiv anzugehen. Als Führungskraft schaffen Sie die Voraussetzungen, in denen Ihr Team wachsen kann: durch eine offene Kultur, klare Strukturen und die Anerkennung gemeinsamer Erfolge.

Vergessen Sie nicht: Teamarbeit ist ein dynamischer Prozess. In den ersten 100 Tagen Ihrer Führungsrolle braucht es Geduld, Reflexion und die Fähigkeit, Veränderungen anzustoßen. Investieren Sie Ihre Energie in den Aufbau tragfähiger Beziehungen und schaffen Sie einen Rahmen, in dem Teamarbeit wirklich Wirkung zeigt.


Hinweis zur Artikelserie: Dieser Artikel ist Teil 2 der Serie „Die ersten 100 Tage als Chefinim Blog „Plötzlich Chefin“, die Ihnen zeigt, wie Sie in Ihre Führungsrolle hineinwachsen und Herausforderungen meistern können. Im nächsten Artikel erfahren Sie, wie Sie typische Fehler vermeiden und den langfristigen Erfolg Ihrer Führungsarbeit sichern.


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