9 Tipps wie Sie die Burnout-Gefahr Ihrer Mitarbeiter reduzieren können

Hochspannung Lebensgefahr

Der Begriff „Burnout“ wurde in den letzten Jahren geradezu inflationär verwendet und viele Themen dabei vermischt. Dennoch ist unbestritten, dass Burnout, Stress und Überlastung ein reales Problem in der heutigen Arbeitswelt darstellen. Führungskräfte können durch präventive Maßnahmen dazu beitragen, die Risiken zu minimieren.

Die Anzahl der Krankheitstage, die auf Überlastungsstörungen zurück geführt wird, ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark angestiegen. Der wirtschaftliche Schaden wird für Deutschland auf 71 Milliarden Euro geschätzt. Jeder fünfte Mitarbeiter soll bereits von gesundheitlichen Stressfolgen wie Schlafstörungen oder Herzinfarkt betroffen sein. Schon jeder Dritte gibt an, stark erschöpft oder ausgebrannt zu sein.

Gerade Führungskräfte sind gefordert, Ihren Einfluss in Sachen Burnout-Prävention geltend zu machen, denn das berufliche Umfeld spielt eine wichtige Rolle: Unangemessene Arbeitsbelastung, mangelnde Wertschätzung, geringe Eigenverantwortlichkeit, ständige Erreichbarkeit oder fehlende Jobsicherheit können das Entstehen von Überlastungssituationen begünstigen.

Erste Anzeichen richtig deuten

Vorgesetzte sollten daher unbedingt auf Überlastungsanzeichen bei ihren Mitarbeitern achten. Verändert sich das Verhalten eines Mitarbeiters dauerhaft, sollten Sie alarmiert sein. Wer überfordert ist, braucht in der Regel länger für Aufgaben und macht mehr Fehler. In der Hoffnung, so die Erwartungen erfüllen zu können, werden dann freiwillig Überstunden geschoben. Die Stimmung der Überlasteten wird im weiteren Verlauf schlechter: Pessimismus und Gereiztheit verstärken sich wechselseitig. Schließlich leidet auch die Physis. Es beginnt mit Schlafproblemen, gefolgt von weiteren körperlichen Problemen. Dann steigen auch die Krankheitstage merklich an.

Präventionsmaßnahmen ergreifen

Doch so weit muss es nicht kommen. Damit Ihnen und Ihren Mitarbeitern das möglichst erspart bleibt, können Sie schon jetzt gegensteuern:

1. Zeigen Sie Wertschätzung

Wertschätzung ist unzweifelhaft ein Erfolgsfaktor der Mitarbeiterführung. Auch zur Burnout-Prävention trägt ein wertschätzender Umgang maßgeblich bei. Zeigen Sie Ihre Wertschätzung z.B. durch ehrliches Lob, konstruktive Kritik oder der Förderung von selbstbestimmtem und eigenverantwortlichem Arbeiten.

2. Sorgen Sie für eine angemessene Arbeitsbelastung

Eine optimale Steuerung der Arbeitsbelastung bedeutet, dass der einzelne Mitarbeiter seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden muss. Das Arbeitspensum sollte zwar herausfordernd jedoch auch (innerhalb der Regelarbeitszeit!) zu bewältigen sein. Nicht nur Überforderung, sondern auch Unterforderung kann auf Dauer zur Belastung werden.

3. Vermeiden Sie regelmäßig auftretende Druckspitzen

Es macht wenig Sinn, erst kurz vor der Deadline mit der Arbeit loszulegen und dann plötzlich in Hektik zu verfallen und Überstunden einzuschieben. Damit mag in kürzester Zeit zwar sehr viel geschafft werden, auf Dauer jedoch ist der Kräfteverlust zu hoch. Ihre Verantwortung als Führungskraft beinhaltet die vorausschauende Organisation der Arbeit. Helfen Sie proaktiv, indem Sie die Barrieren für Ihre Mitarbeiter aus dem Weg räumen.

4. Setzen Sie Ihre Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend ein

Auch inhaltlich sollten Sie die Mitarbeiter natürlich auf geeignete Themenbereiche und Projekte verpflichten. Setzen Sie sie so ein, dass sie ihre Stärken ausspielen können und helfen Sie ihnen dabei, sich beruflich wie menschlich weiter zu entwickeln. Dazu gehört es, eigene Handlungsspielräume nutzen zu können.

5. Seien Sie offen für Ihre Mitmenschen

Pflegen Sie die zwischenmenschlichen Beziehungen zu Ihren Mitarbeitern. Seien Sie offen und aufmerksam für die Themen, die Ihre Mitarbeiter umtreiben. Bleiben Sie verfügbar und bieten Sie Unterstützung an, wenn diese benötigt wird.

6. Achten Sie auf regelmäßige Pausen

Achten Sie darauf, dass ausreichend Pausen gemacht werden. Etwas Bewegung, frische Luft und gesunde Ernährung sollten nicht nur aus Gründen der Stressprävention fester Teil eines Arbeitstages sein. Seien Sie hierbei ganz bewusst ein gutes Vorbild.

7. Stellen Sie Arbeitsqualität über Anwesenheit

Gleichermaßen sollten Sie darauf achten, dass Überstunden nicht überhand nehmen. Gehen Sie auch hier mit gutem Beispiel voran. Wenn der Chef morgens vor allen da ist, abends als letzter das Büro verlässt und am besten auch noch nachts demonstrativ E-Mails an die Mitarbeiter versendet, wird damit Druck auf die Mitarbeiter aufgebaut. Diese fühlen sich genötigt, ebenfalls länger anwesend zu sein. Leben Sie vor, dass die Leistung  und Organisation zählen, nicht die Anwesenheitszeit.

8. Reduzieren Sie Unterbrechungen im Arbeitsfluss

Schaffen Sie unterbrechungsfreie Arbeitsphasen. Die Gefahr, am Arbeitsplatz permanent bei der Erledigung der Aufgaben unterbrochen zu werden, ist heute größer denn je. Versuchen Sie dem entgegenzuwirken, indem Sie beispielsweise einen meetingfreien Tag in der Woche oder andere störungsfreie Zeitabschnitte definieren, um die Belastung zu verringern.

9. Verzichten Sie wenn möglich auf ständige Erreichbarkeit

Wer die Zeit fern vom Arbeitsplatz zur Erholung und zum Abschalten nutzt, der sorgt dafür, seine Leistungsfähigkeit zu stabilisieren. Und auch wenn Mitarbeiter jederzeit erreichbar sind: Nutzen Sie dies nur in absoluten und klar definierten Ausnahmefällen.

Positiver Einfluss von Führungskräften belegt

Dass es Führungskräften gelingen kann, die Mitarbeiter zu schützen zeigt eine Studie aus dem Jahr 2017. Demnach sind 26% der Führungskräfte in der Lage, die „seelische Widerstandsfähigkeit ihrer Beschäftigten zu stärken“. Weitere 52% werden diesbezüglich immerhin noch „mittelmäßig“ bewertet. In Summe sind das 78% der Führungskräfte, die einen mindestens leicht positiven Effekt auf die psychische Verfassung ihrer Mitarbeiter haben. Das ist noch ausbaufähig, aber durchaus ein Mutmacher.

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